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Hey Reader, Obwohl ich es liebe, Dinge zu vereinfachen, habe ich es mir in letzter Zeit selbst wieder komplizierter gemacht. Nicht absichtlich. Aber manchmal passiert es schleichend. Man nimmt immer mehr Dinge in das eigene Leben auf, weil man denkt, dass man sie braucht. Um besser zu leben. Aber oft stimmt das Gegenteil. Je mehr ich mir auflade, desto unklarer werde ich. Kennst du diese Situation? Du stehst vor einem großen Buffet und nimmst von allem etwas auf deinen Teller. Ein bisschen hiervon. Am Ende weißt du gar nicht mehr, was wirklich lecker war. Du bist nur satt. Aber du hast die einzelnen Geschmäcker nicht wirklich genossen. So ähnlich hat es sich bei mir auch angefühlt. Ich habe viel gemacht. Aber mir fehlte an manchen Stellen der Fokus. Ich war beschäftigt, aber nicht immer klar. Und das ist ein unangenehmes Gefühl. Denn beschäftigt zu sein fühlt sich im ersten Moment produktiv an. Man tut etwas. Man bewegt sich. Man hat Aufgaben, Listen, Ideen und Pläne. Aber irgendwann merkt man: Nur weil viel passiert, heißt das nicht, dass es in die richtige Richtung geht. Bei mir kam der Punkt, an dem ich innehalten musste. Nicht, weil von außen etwas Großes passiert ist. Sondern weil ich innerlich gespürt habe, dass ich so nicht weitermachen möchte. Ich habe mir Zeit genommen, um hinzuschauen. Auf meine Zahlen. Ich könnte jetzt sagen, dass mich die Ergebnisse überrascht haben. Aber ehrlich gesagt stimmt das nicht. Ich glaube, ich wusste es schon. Nicht ganz bewusst. Nicht klar ausformuliert. Aber irgendwo in mir war längst spürbar, dass sich etwas verändern musste. Die Zahlen und die Fakten haben nur sichtbar gemacht, was ich innerlich schon geahnt hatte. Und das war gut. Nicht angenehm. Aber gut. Denn manchmal brauchen wir diesen Moment, in dem wir nicht mehr ausweichen können. Nicht, um uns zu verurteilen. Ich habe mich nicht über die Zahlen beschwert. Denn das hätte nichts verändert. Stattdessen habe ich mich gefragt:
Und dabei wurde mir klar: Ich muss nicht mehr tun. Ich muss weniger tun. Aber bewusster. Fokussierter. Mit mehr Klarheit darüber, welche Dinge wirklich wichtig sind und welche nur Platz nehmen. Das klingt einfach. Aber es ist nicht immer leicht. Denn Vereinfachung bedeutet nicht nur, Dinge schöner zu sortieren. Vereinfachung bedeutet oft, etwas loszulassen. Auch Dinge, die einmal sinnvoll waren. Und genau das macht es manchmal schwer. Wenn wir unsicher sind, greifen wir gern auf das zurück, was wir kennen. Alte Abläufe. Nicht unbedingt, weil sie noch passen. Sondern weil sie vertraut sind. Aber vertraut ist nicht immer richtig. Manchmal ist vertraut nur das, was uns davon abhält, klarer zu werden. Als ich begonnen habe, Dinge wegzulassen, habe ich zuerst Unsicherheit gespürt. Und dann etwas anderes: Erleichterung. Die Erleichterung, die entsteht, wenn nicht mehr alles gleichzeitig wichtig sein muss. Wenn nicht mehr jede Idee sofort verfolgt werden muss. Wenn nicht mehr jede Aufgabe automatisch auf der Liste bleibt, nur weil sie schon immer dort stand. Ich habe nicht plötzlich ein komplett anderes Leben. Ich habe auch nicht plötzlich keine Verantwortung mehr. Aber ich spüre mehr Klarheit. Mehr Raum. Mehr Ruhe in meinen Entscheidungen. Und das allein verändert schon viel. Gestern habe ich meinem Mann erzählt, wie viel fokussierter ich inzwischen arbeite, seit ich manches bewusst vereinfacht habe. Nicht, weil alles perfekt läuft. Sondern weil ich wieder besser sehe, worauf es gerade ankommt. Ich glaube, genau das verlieren wir manchmal, wenn wir zu tief in unseren Aufgaben, Problemen oder Routinen stecken. Wir sehen nur noch, was alles zu tun ist. Aber nicht mehr, was davon wirklich wichtig ist. Und wenn sich die Ergebnisse nicht verändern, wenn wir uns erschöpft fühlen oder nur noch funktionieren, dann ist „mehr machen“ oft nicht die Lösung. Dann brauchen wir eher eine Pause. Einen ehrlichen Blick. Auf die echten Zahlen. Auch wenn es Zeit kostet. Vielleicht kostet es sogar besonders dann Zeit, wenn wir glauben, keine Zeit dafür zu haben. Aber sich diese Zeit nicht zu nehmen, bedeutet oft nur, noch länger im eigenen Hamsterrad zu bleiben. Für mich fühlt sich dieser Prozess ein bisschen an wie eine Capsule Wardrobe. Du entscheidest klar, was dazugehört. Und alles, was nicht mehr passt, darf gehen. Nicht, weil es schlecht war. Sondern weil es nicht mehr zu dem Leben passt, das du jetzt führen möchtest. Vielleicht gilt das nicht nur für Kleidung. Vielleicht gilt es für viele Bereiche. Für Arbeit. Ich merke gerade: Ich möchte mein Leben wieder einfacher machen. Nicht leerer. Nicht kleiner. Nicht weniger lebendig. Nur klarer. Mit weniger Dingen, die ziehen. Und mehr Raum für das, was wirklich bleiben soll. Vielleicht ist das auch eine Frage für deinen Sonntag. Wenn du magst, antworte mir direkt auf diese E-Mail: Was ist eine Sache, die du gerade gern einfacher hättest? Eine kurze Antwort reicht völlig. Ich lese jede Nachricht. Ich wünsche dir einen schönen, ruhigen Sonntag. Liebe Grüße Katja |
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